Mit der Wurmkiste auf die Alm

Vom urbanen Köln in die schönen Berge Österreichs – und das im Winter! Simmi ist für mehrere Monate mit ihrer Wurmkiste auf die Alm gezogen. Ob die Würmer sich dort wohl gefühlt haben und das Kompostieren auf 1600 Metern funktioniert hat, erfährst du hier im Interview.

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Nur fürs Fotoshooting stand die Wurmkiste im Schnee – das wäre den Würmern sonst zu kalt

Wie bist du zu deiner Wurmkiste gekommen?

Simmi: Dank meiner lieben Freundin Anja (Gründerin von Wilma in der Wurmkiste) bin ich Ende letzten Jahres zu meiner Wurmkiste gekommen, kurz bevor ich für eine Wintersaison in die Berge gefahren bin. Sie war quasi mein Geburtstagsgeschenk 🙂

Damit die Würmer nicht alleine in Köln verhungern und ich meine ersten Erfahrungen mit Kompost-Würmern sammeln konnte, habe ich sie kurzerhand mitgenommen.

Wurmkiste auf der Alm 3
In dieser Berghütte auf 1600 Metern Höhe stand die Wurmkiste für mehrere Monate

Wo stand deine Wurmkiste?

Simmi: Nachdem ich in allen Räumen die Temperatur gemessen habe, kam nur noch unser Bad draußen in Frage, da dort auf Grund der Gasheizung eine gleichbleibende Temperatur von um die 16 Grad herrschte. Alle anderen Räume hatten keine konstante Wurm-Wohlfühl-Temperatur. 16 Grad sind nicht gerade warm, aber wir wollten ja auch keine unnötig hohen Nebenkosten provozieren. Daher waren die Würmer etwas weniger aktiv und haben weniger Nahrungsmittel kompostiert. Aber vermehrt haben sie sich trotzdem tüchtig.

Wie hast du deine Wurmkiste transportiert? Gab es dabei Herausforderungen?

Simmi: Nein, ich habe sie auf der Hinfahrt einfach auf den Fußboden des Autos gestellt, damit sie gerade steht. Auf dem Rückweg, vier Monate später, stand sie dann im Fußraum unseres VW-Bullis. Davon war mein Freund nicht so begeistert, da wir auf der Rückfahrt auch eine Nacht im VW-Camper übernachtet hatten und er dachte, die Würmer würden nachts klammheimlich aus der Kiste kriechen 😉 Aber sowas machen oder können sie ja gar nicht.

Wie haben die Würmer auf ihre neue Umgebung reagiert?

Simmi: Das ist schwer zu sagen, da ich ihr Verhalten dort zum ersten Mal beobachten konnte. Ich denke aber ganz normal. Am Anfang haben sie sich durch die Rüttelei der Fahrt noch unten versteckt. Aber bald krochen sie dann auch schon in der oberen Schicht herum, auf der Suche nach Futter.

Wurmkiste auf der Alm 2
Im Winter war es ganz schön kalt – deswegen war die Wurmkiste im warmen Badezimmer untergebracht

War das nicht zu kalt im Winter?

Simmi: Da die Temperatur ja konstant 16 Grad betrug, haben sie es wahrscheinlich als irgendeine Übergangszeit mit Tendenz zum Winter empfunden. Sie können bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad gut überleben und erst bei dauerhaften Temperaturen unter 10 Grad oder über 30 Grad fangen sie an, sich unwohl zu fühlen.

Welche besonderen Erfahrungen hast du noch mit deiner Alm-Wurmkiste gemacht?

Simmi: Die Kiste wurde von unseren vielen Besuchern kaum bemerkt, da sie als schwarze Plastikkiste auch eher unscheinbar ist. Daher habe ich mir überlegt, sie demnächst zu verschönern. Einmal habe ich sie den beiden Kindern unseres Besuchs aus Berlin gezeigt und die waren schon fasziniert. Eine Bekannte aus der Schweiz war auch interessiert.

Jetzt, zurück in Köln, steht sie in unserer WG-Küche und meine Mitbewohnerin ist sehr begeistert davon. Vor allem, da man so eine einfache Lösung hat, den morgendlichen Kaffeesatz zu entsorgen. Im Abfluss ist dieser nämlich gar nicht gut aufgehoben, mussten wir letztens leidlich fest stellen …

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Der Winter ist vorbei – und die Wurmkiste zieht wieder in die Stadt

Kannst du die Wurmkiste weiterempfehlen?

Simmi: Ja, das kann ich empfehlen,besonders wenn man keinen Garten für einen Komposthaufen hat und sich gerne guten Wurmhumus und Wurmtee (als Dünger oder auch natürliches Pestizid) produzieren möchte. Zudem kann man damit seine organischen Lebensmittelabfälle gut entsorgen, was bei uns auf der Hütte durch die Abwesenheit einer Müllabfuhr sehr sinnvoll war.

Leider waren die Würmer unseren Abfällen anzahlmäßig noch etwas unterlegen. Was ich bestätigen kann ist, dass sie keine Zwiebel- oder Zitrusfrucht-Abfälle mögen (dann kommen sie nach oben und wollen flüchten). Dafür heißen sie aber Kaffee, Tee und Eierschalen sehr willkommen, da kriechen sie dann gerne hin. Und ab und an was kohlenstoffhaltiges Material wie Papier oder Pappe, um den Feuchtigkeitshaushalt zu regulieren und die Sauerstoffzufuhr zu begünstigen.

Gelernt habe ich noch, dass Avocado-Kerne zu lange brauchen, um zu zerfallen. Daher diese besser vorher trocknen und zerhacken bzw. mahlen oder ggf. anschließend selber noch im Smoothie verwenden.

Generell würde ich jederzeit wieder mit meinen Würmern verreisen, solange ich ihnen vor Ort die richtigen Lebensbedingungen bieten kann.

Danke für das Interview, liebe Simmi!

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